PRESSEINFORMATION

 

Bundesweites Modellprojekt für Inklusion entsteht in zentraler Lage von St. Leon-Rot – Neben Menschen für Kinder e.V. sind die Dietmar Hopp Stiftung und die Gemeinde wichtige Förderer

In den nächsten fünf Jahren fördert Menschen für Kinder e.V. einen „Trainings-WG-Platz“ mit 35.000 Euro und bringt damit „FortSchritt IntegrativLeben“ beim Aufbau von Deutschlands erster Inklusions-Wohngemeinschaft mit Petö-Förderansatz einen großen Schritt weiter

St. Leon-Rot und Solms, 22. März 2019 – Es gibt Riesenjubel bei FortSchritt IntegrativLeben e.V. Der Verein Menschen für Kinder (MfK) e.V. aus dem hessischen Solms wird „FortSchritt“ ab sofort bei der Umsetzung von Deutschlands erster Inklusions-Wohngemeinschaft mit Petö-Förderansatz finanziell unterstützen. Die Gesamtfördersumme für die kommenden fünf Jahre beträgt 35.000 Euro und ist an den Aufbau und Betrieb des speziellen „Trainings-WG-Platzes“ gebunden.

Susanne Huber, die erste Vorsitzende von „FortSchritt IntegrativLeben“ bedankt sich stellvertretend für das inklusive Projektteam des Vereins, in dem auch junge Rollstuhlfahrer ehrenamtlich mitarbeiten. Sie sagt: „Das Ziel unseres – mit Spenden finanzierten – Pilot- und Bauprojekts ist es, die Wohnsituation für Menschen mit Bewegungseinschränkungen in der Metropolregion Rhein-Neckar zu verbessern. Zugleich möchten wir auch Mutmacher und Beweger-Plattform für Folgeinitiativen sein. Die großartige Unterstützung von Menschen für Kinder bringt uns diesem Ziel jetzt wieder einen großen Schritt näher!“

Damit junge Erwachsene mit und ohne Rollstuhl ganz lebenspraktisch von mehr Inklusion und Selbstständigkeit profitieren können, müssen künftig mehr barrierefreie Wohnmöglichkeiten und integrative Lebensformen zur Verfügung stehen. Deswegen setzt „FortSchritt IntegrativLeben“ hier mit der Eigeninitiative an: In der kombinierten Wohn- und Trainings-WG von „FortSchritt“ sollen – nach aktueller Planung – ab 2020 jeweils vier behinderte und vier nicht behinderte Bewohner im Alter zwischen 18 bis etwa 30 Jahren gleichberechtigt miteinander leben und voneinander lernen.

„Trainings-Platz“ bietet die Chance, das Leben in der FortSchritt-WG auf Zeit kennenzulernen …

Ein Zimmer ist als „Trainings-Platz“ für Rollifahrer im Alter zwischen 14 und 18 Jahren vorgesehen. Als Bewohner auf Zeit können sie das WG-Leben drei bis sechs Monate kennenlernen und ebenfalls von mehr Selbstständigkeit und einer altersgerechten Petö-Förderung profitieren. Als wichtiger Bestandteil der „Wohn- und Trainings-WG“ kümmert sich eine entsprechend qualifizierte Petö-Konduktorin innerhalb der „Selbstverantworteten WG“ schwerpunktmäßig um die Förderung der behinderten Bewohner.

Jens Hebstreit, Vorstandsmitglied bei MfK, erklärt: „Der besondere Projektansatz und das Trainings-WG-Zimmer für Jugendliche haben uns direkt überzeugt. Für junge Rollifahrer ist es nämlich nicht ohne Weiteres möglich, praktische Erfahrungen innerhalb einer WG zu machen und damit auch mehr Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit zu erlangen!“

Frei nach dem Motto „Wir leben Inklusion!“ setzt FortSchritt auf eine optimale Vernetzung

Frei nach dem Motto „Wir leben Inklusion!“ geht es dem Projektteam bei „FortSchritt“ auch um die soziale Interaktion und Vernetzung der geförderten jungen Erwachsenen mit dem weiteren Lebensumfeld. Als Besonderheit setzt die altersgerechte Petö-Förderung von „FortSchritt IntegrativLeben“ auf Hilfe zur Selbsthilfe und verteilt diese auf besonders viele Schultern. Um eine individuell bestmögliche körperliche und persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen, werden die WG-Bewohner notwendige Fertigkeiten für das Alltagsleben praktisch trainieren. Zusätzlich hat „FortSchritt“ bereits ehrenamtliche Beweger-Coaches gewonnen, die die jungen Erwachsenen ebenfalls bedarfsgerecht fördern, indem sie beispielsweise im Bereich Social Media mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Baubeginn soll in 2019 sein!

Der eigentliche Baubeginn ist für 2019 vorgesehen. „FortSchritt IntegrativLeben“ ist auf weitere Förderer und Unterstützer angewiesen.

Weitere Informationen über den inklusiven Förderansatz und das Engagement von FortSchritt IntegrativLeben e.V. finden interessierte Rollstuhlfahrer und Unterstützer unter:
www.fortschritt-il.de. Informationen über die Arbeit von MfK finden Interessenten unter www.menschen-fuer-kinder.de.

Weitere Informationen zu Menschen für Kinder e.V.

Der gemeinnützige Verein Menschen für Kinder (MfK) e.V. setzt sich für langzeiterkrankte, im Schwerpunkt krebskranke Kinder und sonst in Not geratene Kinder und Jugendliche ein. Der 1996 gegründete Verein hat seinen Sitz in Solms. Der Vorstand und die derzeit mehr als 2.100 Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Um jährlich über 300.000 Euro Spendengelder für die gute Sache zu sammeln, sind die Vereinsmitglieder mit Freunden und Unterstützern – wie zum Beispiel Joey Kelly oder Bülent Ceylan – auf vielfältige Weise aktiv: Das ehrenamtliche Engagement von MfK reicht von der jährlich stattfindenden Benefiz-Radtour, bei der über 500 Teilnehmer in mehreren Etappen für den guten Zweck in die Pedale treten über Spenden aus dem Verzicht auf Geburtstagsgeschenke bis zu Sammlungen und weiteren Veranstaltungen.

MfK unterstützt unter anderem Kinder-Kliniken und Kinder-Onkologien in ganz Deutschland: Sei es bei der Anschaffung von teuren medizinischen Spezialgeräten, der Förderung bei Forschungsprojekten oder der Unterstützung bei der Versorgung chronisch kranker Patienten in Bezug auf die Rehabilitation. Gezielte Behandlungen im Einzelfall werden ebenso gefördert, wie Typisierungsaktionen im Allgemeinen.

Weitere Informationen zu FortSchritt IntegrativLeben e.V. und über das Bauvorhaben

Das Bauvorhaben für Deutschlands erste Inklusions-Wohngemeinschaft mit Petö-Förderansatz wird am Cranachring, in zentraler Lage von St. Leon-Rot errichtet. Die Gesamtkosten für Bauplatz und Neubau haben einen Umfang von rund 2 Mio. Euro. Dank des einstimmigen Votums des Gemeinderats konnte „FortSchritt“ sich das ausreichend große Baugrundstück sichern. Elementar für die weitere erfolgreiche Umsetzung ist die Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung, die das Modellprojekt mit einer finanziellen Spende von 1,25 Mio. Euro fördert und darüber hinaus das Projektteam mit Rat und Tat unterstützt und begleitet.

Als rechtlich unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der seinen Sitz ebenfalls in St. Leon-Rot hat, setzt FortSchritt IntegrativLeben e.V. seit 2016 die erfolgreiche Arbeit von FortSchritt St. Leon-Rot e.V. fort. Dort werden im ersten Petö-Förderzentrum im Südwesten Deutschlands derzeit über 100 Kinder und Jugendliche mit zerebralen Bewegungsstörungen gefördert. „FortSchritt IntegrativLeben“ konzentriert sich auf die Petö-Förderung junger Erwachsener, die – aufgrund der körperlichen Entwicklung oder eines Unfalls – mit Bewegungseinschränkungen leben und daher auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

„FortSchritt IntegrativLeben“ möchte zu einem Impulsgeber für mehr Teilhabe in St. Leon-Rot und in der Metropolregion Rhein-Neckar werden. Frei nach dem Motto „Wir leben Inklusion!“ geht es dem Verein dabei um die soziale Interaktion und Vernetzung der geförderten jungen Erwachsenen mit dem direkten und erweiterten Lebensumfeld. Da sich für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren beim Übergang in die neue Lebensphase vielfältige neue Fragestellungen ergeben, bilden unter anderem die Themenbereiche „Berufsorientierung und Berufsqualifikation“, „Miteinander Wohnen“ sowie die „Sicherung des eigenen Lebensunterhalts“ zentrale Arbeitsschwerpunkte von „FortSchritt IntegrativLeben“.

Weitere Informationen zur Petö-Förderung

Die Petö-Förderung wurde vom ungarischen Bewegungspädagogen und Heilgymnasten Prof. Dr. András Petö entwickelt. Für die Behandlung zerebraler Bewegungsstörungen schuf Petö das Konzept der „Konduktiven Förderung“. Konduktiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass er die vier – in Deutschland ansonsten getrennten – Bereiche der Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und der Krankengymnastik in sein Förderkonzept zu einem ganzheitlichen Ansatz integrierte.

Die Grundidee besteht darin, körperlich behinderten Menschen mit Hilfe einer Bezugsperson, dem Konduktor, eine Gruppentherapie zu ermöglichen. Wichtig ist, dass sich die Betroffenen gegenseitig motivieren und Nachahmungseffekte mit in die Förderung einfließen können. Als Ziel soll im alltäglichen Leben eine weitgehende Unabhängigkeit der Betroffenen von Hilfsmitteln und Personen erreicht werden. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch als emotionales Wesen mit seiner Persönlichkeit. Der Förderplan wird individuell auf jeden Einzelnen abgestimmt.

Hinweis für die Presse

Weitere Informationen sowie Bilder in Druckauflösung erhalten Sie beim Presseansprechpartner für
FortSchritt IntegrativLeben e.V. Kronauer Straße 118a, 68789 St. Leon-Rot:

Björn Wojtaszewski, Telefon: 06321 491298, E-Mail: presse@fortschritt-il.de

 

Bildbeschreibung: Große Freude beim inklusiven Projektteam von „FortSchritt IntegrativLeben“ rund um die 1. Vorsitzende Susanne Huber und den Bürgermeister von St. Leon-Rot, Dr. Alexander Eger (links daneben)! „Menschen für Kinder e.V.“ (MfK) waren heute in St. Leon-Rot. Im Gepäck hatten die MfK-Vorstandsmitglieder Jens Hebstreit (hintere Reihe, 2. von rechts) und Norbert Schmidt (links daneben) 35.000 Euro für die geplante Trainings-WG!     (Bildnachweis: FortSchritt IntegrativLeben e.V.)

Unterstützer