Modellprojekt für mehr Inklusion liegt voll im Bauplan – Neben der Dietmar Hopp Stiftung sind auch die Aktion Mensch, die Gemeinde St. Leon-Rot und Menschen für Kinder e.V. weitere Förderpartner

 

FortSchritt IntegrativLeben e.V. feiert heute Richtfest und stellt darüber hinaus mit der WHB GmbH einen neuen Förderpartner für Deutschlands erste Inklusions-WG mit Petö-Förderansatz vor!

St. Leon-Rot, 19. November 2019 – Deutschlands erste Inklusions-Wohngemeinschaft mit Petö-Förderansatz liegt voll im Zeitplan: Parallel zum heutigen Richtfest darf das Projektteam bei FortSchritt IntegrativLeben e.V. einen neuen Förderpartner vorstellen und feiern.

Als Zeichen für aktiv gelebte Inklusion wird die WHB Wieslocher Handwerker Baugesellschaft mbH das bundesweite Modellprojekt ab sofort unterstützen. Geschäftsführer Michael Schindler erklärt: „Was das ehrenamtliche Projektteam von ,FortSchritt‘ leistet, bekommen wir aktuell tagtäglich mit. Als Generalunternehmer wollen wir deswegen ein Zeichen setzen. Damit sich das Leuchtturmprojekt – auch abseits unseres Bauvorhabens – weiter gut entwickelt, haben wir unsere ursprüngliche Spende jetzt auf 20.000 Euro verdoppelt!“

Die erste Vorsitzende von „FortSchritt IntegrativLeben“, Susanne Huber, bedankte sich –stellvertretend für alle Handwerker – zuerst bei Dachdeckermeister Uwe Wiesendanger für den  Richtspruch und den großartigen Einsatz aller beteiligten Gewerke, Förderer und Ehrengäste: „Ein weiterer Riesendank geht an WHB für die Erhöhung der Spende. Denn ebenso wichtig wie der Neubau ist es, dass wir als gemeinnütziger Trägerverein den Folgebetrieb der Modell-WG erfolgreich gewährleisten!“

Nachdem Dach und Fenster den Neubau winterfest machen, startet jetzt zeitnah der Innenausbau

Bein einem anschließenden Talk, den Susanne Huber mit Meike Leupold, stellvertretende Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung sowie Patrick Alberti, Behindertenbeauftragter für den Rhein-Neckar Kreis führte,  erhielten die Gäste aktuelle Informationen über das weitere Projektvorhaben.

Nachdem jetzt mit dem Dach und dem Einbau der Fenster der Neubau winterfest ist, können die Elektroarbeiten und die weiteren Innenausbauten am Cranachring 41 in St. Leon-Rot zeitnah starten. Voraussichtlich ab Spätsommer 2020 werden in der kombinierten Wohn- und Trainings-WG von „FortSchritt“ jeweils vier behinderte und vier nicht behinderte Bewohner im Alter zwischen 18 bis etwa 30 Jahren gleichberechtigt miteinander leben und voneinander lernen.

Als Alleinstellungsmerkmal wird es unter anderem auch einen „Trainings-WG-Platz“ geben. Junge Behinderte im Alter zwischen 14 und 18 Jahren können das Leben in einer Wohngemeinschaft als „Bewohner auf Zeit“ für drei bis sechs Monate kennenlernen. Als weitere Besonderheit setzt die altersgerechte Petö-Förderung von „FortSchritt“ auf Hilfe zur Selbsthilfe. Um eine individuelle körperliche und persönliche Weiterentwicklung – speziell der Rollstuhlfahrer – zu ermöglichen, wird ihnen eine besonders qualifizierte Petö-Konduktorin zur Seite stehen und lebenspraktisch Fertigkeiten trainieren.

Zentraler Impuls: Dietmar Hopp Stiftung unterstützt das WG-Projekt mit 1,25 Mio. Euro

Das bundesweit einmalige Modellprojekt wird vollständig mit Spenden finanziert. Die „reinen“ Baukosten liegen bei rund 2 Mio. Euro. Das Gesamtvolumen – inklusive Grundstück, Innenausstattung und Einrichtung – wird rund 2,5 Mio. Euro betragen. Da aktuell noch eine Deckungslücke von etwa 500.000 Euro besteht, werden weiterhin Geld- und Sachspenden benötigt.

Zu den weiteren Förderpartnern zählen die Dietmar Hopp Stiftung, Aktion Mensch, die Gemeinde St. Leon-Rot sowie Menschen für Kinder e.V. Elementar für die erfolgreiche Projektumsetzung war und ist die Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung. Als Förderpartner der ersten Stunde unterstützt diese das Modellprojekt mit einer Summe von 1,25 Mio. Euro.

Neben dem Neubau legt „FortSchritt“ bereits Grundlagen für die spätere, selbstbestimmte WG!

Parallel zum Neubau treibt „FortSchritt“ aktuell die weitere praktische Organisation der selbstbestimmten WG voran. Als Besonderheit setzt die altersgerechte Petö-Förderung von „FortSchritt“ auf Hilfe zur Selbsthilfe. Da es für junge Erwachsene mit Bewegungseinschränkungen nur sehr wenige Angebote auf dem freien Wohnungsmarkt gibt, möchte „FortSchritt IntegrativLeben“ mit dem Modellprojekt Folgeinitiativen Mut machen, damit diese eigeninitiativ ebenfalls inklusive WG-Projekte in der Metropolregion Rhein-Neckar und darüber hinaus realisieren.

Weitere Informationen über den inklusiven Förderansatz und das Engagement von FortSchritt IntegrativLeben e.V. finden interessierte Menschen mit und ohne Behinderung sowie mögliche weitere Unterstützer unter: www.fortschritt-il.de.

 

Weitere Informationen zu FortSchritt IntegrativLeben e.V. und über das Bauvorhaben

Als rechtlich unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der seinen Sitz ebenfalls in St. Leon-Rot hat, ergänzt FortSchritt IntegrativLeben e.V. seit 2016 die erfolgreiche Arbeit von FortSchritt St. Leon-Rot e.V. Dort werden im ersten Petö-Förderzentrum im Südwesten Deutschlands derzeit über 100 Kinder und Jugendliche mit zerebralen Bewegungsstörungen gefördert. „FortSchritt IntegrativLeben“ konzentriert sich auf die Petö-Förderung junger Erwachsener, die – aufgrund der körperlichen Entwicklung oder eines Unfalls – mit Bewegungseinschränkungen leben und daher auf einen Rollstuhl oder andere Hilfsmittel angewiesen sind.

„FortSchritt IntegrativLeben“ möchte zu einem Impulsgeber für mehr Teilhabe in St. Leon-Rot und in der Metropolregion Rhein-Neckar werden. Frei nach dem Motto „Wir leben Inklusion!“ geht es dem Verein dabei um die soziale Interaktion und Vernetzung der geförderten jungen Erwachsenen mit dem direkten und erweiterten Lebensumfeld. Da sich für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren beim Übergang in die neue Lebensphase vielfältige neue Fragestellungen ergeben, bilden unter anderem die Themenbereiche Berufsorientierung und Berufsqualifikation, Miteinander Wohnen sowie die Sicherung des eigenen Lebensunterhalts zentrale Arbeitsschwerpunkte von „FortSchritt IntegrativLeben“.

Das Bauvorhaben für Deutschlands erste Inklusions-Wohngemeinschaft mit Petö-Förderansatz wird am Cranachring 41, in zentraler Lage von St. Leon-Rot errichtet. Die Gesamtkosten für Bauplatz und Neubau haben einen Umfang von rund 2,5 Mio. Euro. Dank des einstimmigen Votums des Gemeinderats konnte „FortSchritt“ sich das ausreichend große Baugrundstück sichern. Die Basis ist die Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung, die das Modellprojekt mit einer finanziellen Spende von 1,25 Mio. Euro fördert und das Projektteam bei Bedarf auch parallel mit Rat und Tat begleitet.

Weitere Informationen zur Petö-Förderung

Die Petö-Förderung wurde vom ungarischen Bewegungspädagogen und Heilgymnasten Prof. Dr. András Petö entwickelt. Für die Behandlung zerebraler Bewegungsstörungen schuf Petö das Konzept der „Konduktiven Förderung“. Konduktiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass er die vier – in Deutschland ansonsten getrennten – Bereiche der Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und der Krankengymnastik in sein Förderkonzept zu einem ganzheitlichen Ansatz integrierte.

Die Grundidee besteht darin, körperlich behinderten Menschen mit Hilfe einer Bezugsperson, dem Konduktor, eine Gruppentherapie zu ermöglichen. Wichtig ist, dass sich die Betroffenen gegenseitig motivieren und Nachahmungseffekte mit in die Förderung einfließen können. Als Ziel soll im alltäglichen Leben eine weitgehende Unabhängigkeit der Betroffenen von Hilfsmitteln und Personen erreicht werden. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch als emotionales Wesen mit seiner Persönlichkeit. Der Förderplan wird individuell auf jeden Einzelnen abgestimmt.

 

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